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Ebola-Epidemie in Westafrika

Seit Ende 2013 breitet sich das Ebola-Virus in Westafrika aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch bereits als „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“ eingestuft ( Statement der WHO vom 08.08.14).

Wie gefährlich ist die Erkrankung für Europa? Wie wird das Virus übertragen? Welche Maßnahmen der Infektionsprävention und welche Hygienevorschriften werden in Deutschland im Fall von viral hämorrhagischen Fiebererkrankungen vorgehalten?

Das Ebola-Virus gehört neben dem Marburg-Virus zu der Gruppe der Filoviren, die bei Infektion auch heute noch tödlich sein können. Die aktuelle Ebola-Epidemie in Westafrika, mit derzeit mehr als 1000 Toten, übertrifft alle bisher dokumentierten Ausbrüche durch Ebola-Viren.

Übertragung des Virus

Das Reservoir von Ebola-Viren ist nicht eindeutig gesichert, Flughunde und Menschenaffen werden als mögliche Überträger diskutiert. Der Kontakt zu infizierten Tieren oder der Verzehr von Wildtierprodukten kann zur Übertragung des Virus führen. Am häufigsten erfolgt die Übertragung jedoch von Mensch zu Mensch durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von erkrankten oder verstorbenen Personen. Die Ansteckungsfähigkeit des Virus kann in flüssigem Material aber auch in trockenen Substanzen oder auf Oberflächen über mehrere Tage bestehen. Nach einer Inkubationszeit von 2 – 21 Tagen treten unspezifische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Konjunktivitis und gastro-intestinale Symptome auf. Im weiteren Verlauf kommt es zur Entwicklung einer hämorrhagischen Diathese mit Schleimhautblutungen u.a. im Gastrointestinal- und Genitaltrakt. In der Endphase der Erkrankung kommt es meist zu Multiorganversagen und kardiopulmonalem Schock, in dieser Phase ist auch das Übertragungsrisiko aufgrund der hochgradigen Virusausscheidung am höchsten. Bei Überlebenden können residuale Viruspartikel noch mehrere Wochen nach der Erkrankung in der Samenflüssigkeit und in der vorderen Augenkammer nachgewiesen werden.

Erkrankungen in Europa

Insgesamt wird das Risiko für Deutschland derzeit als sehr gering eingestuft. Bei Reiserückkehrern mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu 21 Tagen vor Erkrankungsbeginn in Endemiegebieten mit Fieber (> 38.5 °C) und ggf. weiteren Symptomen sowie einer möglichen Exposition vor Ort müssen als verdächtig hinsichtlich einer Ebola-Infektion eingestuft werden. Die Risikodefinitionen werden auf den Seiten des Robert Koch Instituts beschrieben: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Uebersicht.html?nn=2370426

Bei Verdacht auf ein virales hämorrhagisches Fieber sind umgehend Maßnahmen einzuleiten. Detaillierte Informationen hierzu sind ebenfalls o.g. Link zu entnehmen.

Hinweise für Reisende sind auf den Seiten des Auswärtigen Amtes abrufbar: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Startseite_node.html