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Hygienevorschriften bei Hepatitis- und HIV-Infektionen

Auch in der Zahnmedizin: Keine Sonderbehandlung von Patienten mit bekannter Hepatitis B-, Hepatitis C- oder HIV-Infektion !

Die Hygienevorschriften geben einen für die Behandlung aller Patienten gleich hohen Hygienestandard vor. Die Prävention nosokomialer Infektionen, auch Krankenhausinfektion genannt, durch Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV wird bei Einhaltung dieser Standards auch ohne zusätzliche Maßnahmen vollständig erfüllt.

Notwendigkeit zusätzlicher Hygienemaßnahmen für HIV-Patienten?

In der Medizin und vor allem in der Zahnmedizin herrschen nach wie vor Ängste sich über Patienten mit HIV zu infizieren. So stoßen HIV-Patienten bei der Suche nach einer adäquaten zahnmedizinischen Behandlung immer noch auf Ablehnung oder Terminverschiebung auf das Ende des Behandlungstages z.B. durch Verweise auf arbeitsintensive Hygienerichtlinien.

Bei der zahnmedizinischen Behandlung HIV-positiver Patienten müssen keine speziellen Hygienevorschriften und Hygienemaßnahmen beachtet werden, insofern die Standardhygiene adäquat eingehalten wird. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (DAGNÄ) und die Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG) haben hierzu bereits 2010 ein Positionspapier verfasst:

Positionspapier zur zahnmedizinischen Hygiene bei HIV Infektionen herunterladen

Bewusstsein über Infektion mit einem Virus

Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass Betroffene mit oben genannten Virusinfektionen oft nicht ihrer Erkrankung bewusst sind. Viele Erstdiagnosen werden im Rahmen eines Zufallsbefundes gestellt. Nach aktueller Studienlage sind z.B. derzeit bis zu 0,8 % der Allgemeinbevölkerung in Deutschland Träger des Hepatitis B Virus mit positivem HBs-Antigen-Status. Viele Infizierte sind nicht immer aktuell über ihren Infektionsstatus informiert. Vor diesem Hintergrund sind gleich hohe Hygienestandards für alle Patienten vorzuhalten.